Sonntag, 20. November 2011

Eine Laudatio an den Mann

Zum Weltmännertag ist auf  manndat eine Laudatio an den Mann veröffentlicht worden. Gerade nach dem Suizidversuch von Babak Rafati ist es wichtig auch mal was positives über die Männer zu bringen. Hier also der Text.

Zitat:

"Niemand tut es, deswegen tun wir es, weil es höchste Zeit wird dafür: Wir nutzen die Gelegenheit des Männertages am 3. November, um endlich einmal allen Männern herzlich für alles zu danken, was sie für die Gesellschaft getan haben und immer wieder tun.
Beispiele dafür gibt es mehr als genug. Da sind nicht nur die schweren und gefahrvollen Tätigkeiten, in denen Männer Herausragendes leisten, sondern es sind vor allem auch deren Verdienste um die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und vieler anderer Staaten Europas. Der durch diese Stärke ermöglichte Wohlstand ist ursächlich auf den Erfindungsreichtum und die Innovationskraft, die Opferbereitschaft und die Zielstrebigkeit vieler Männergenerationen zurückzuführen.Gern wird von einem Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft gesprochen. Vergessen wird dabei jedoch, dass eine Dienstleistungsgesellschaft nur funktionieren kann, wenn es etwas zu verteilen gibt. Nur mit qualitativ hochwertigen und weltweit begehrten Produkten können Wohlstand gesichert und angemessen bezahlte Arbeitsplätze erhalten werden. Ohne Männer wäre das nicht möglich.
Väter sind wichtig – als Männer
Unser besonderer Dank gilt den Vätern, die sich neben ihrer Vollberufstätigkeit häufig noch hingebungsvoll um ihren Nachwuchs kümmern. Auch und gerade Männer haben natürlich auch das Problem, Kindererziehung und Beruf unter einen Hut zu bringen, wie schon die Studie „Wo bleibt die Zeit?“ des Familienministeriums von 2003 belegt. Und sie bekommen es in den Griff, auch wenn die Politik für ihre Vereinbarkeitsproblematik nur wenig Verständnis hat. Man hat den Eindruck, es ist für Väter weniger „Problematik“ als Herausforderung. Väter schaffen es, ihren Nachwuchs selbst zu versorgen, sei es als Zwangsunterhaltsszahler, sei es als allein Erziehender, sei es im Familienverband. Und dort, wo sie es einmal nicht können, sei es durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, suchen sie Lösungen, ohne ständig nach staatlicher Unterstützung zu rufen oder um Anerkennung zu jammern.
Kinder brauchen Väter, das ist unbestritten. Was Kinder jedoch nicht brauchen, sind zwei Mütter. Väter haben das Recht, andere Wege zu gehen, auch wenn es Politfeministinnen nicht gefällt oder sie es nicht verstehen. Wer stets versucht, es allen recht zu machen, reibt sich unnötig auf. Für die Kinder, und nicht zuletzt für die Männer selbst, ist es wichtig, authentisch zu sein – und Männer sind gut so, wie sie sind, auch und gerade in der Erziehung. Männer haben, und sie tun es auch heute noch, die weitaus meisten der wichtigsten und bis jetzt gültigen Pädagogikmodelle entworfen, bei Fröbel beginnend, ist es mit Malaguzzi noch lange nicht zu Ende. Männer können erziehen, und die Erziehung der nächsten Generation war und ist eine wichtige Aufgabe für Männer – nur ist das in den Wirren zweier Weltkriege und des Mutterkultes untergegangen – und wartet darauf, von den Männern neu entdeckt zu werden.
Männer haben das Recht, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig halten: gestaltend, bewahrend, beschützend, individuell und kreativ. Männer haben das Recht, männlich zu sein, ohne dass sie sich dafür rechtfertigen müssen und ohne auf politische Vorgaben zu achten. Lasst euch nicht in alberne „Rollen“ pressen, Väter! Geht euren Weg, nehmt eure Kinder auf diesem Weg mit und zeigt ihnen, dass es auch andere Lebenseinstellungen gibt. Zeigt ihnen, dass das Leben eine Herausforderung ist, die es zu meistern gilt, und nicht nur eine Reihe von „strukturellen Benachteiligungen“, über die man jammert. Zeigt ihnen, dass das Leben lebenswert ist, auch und gerade, wenn man in der Lage ist, Hindernisse selbst zu überwinden. Lehrt sie, fest mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen und gebt ihnen genug Rückgrat, damit sie ihre Köpfe auch in den Himmel heben können.
„Rollen“ gehören ins Theater
Wir möchten Männer an diesem Tag auch ermutigen, ihren Weg zu gehen, ohne auf die allgegenwärtigen Umerziehungsversuche zu reagieren oder sich ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen. Es steht den Genderisten schlicht nicht zu, Männern zu sagen, wie sie „leben müssen“, damit sie „richtig“ leben. Sagten wir es schon? Männer sind gut so, wie sie sind. Denn alle, Männer wie Frauen, versuchen letztlich, ihr Leben so zu leben, wie es für sie am besten möglich ist – und das hängt von vielen Dingen ab: von wirtschaftlichen Faktoren über das soziale Umfeld bis zu den persönlichen Interessen und Fähigkeiten. Und nicht zuletzt auch von der persönlichen Verantwortung, die jeder Mensch für seine Entscheidungen und seine soziales Umfeld trägt und tragen will. Abstrakte, von Wunschdenken und politischen Machtabsicherungsbestrebungen geprägte „Rollen“vorgaben können niemals die Vielfalt und Notwendigkeit privater Lebensentwürfe und –gestaltung ersetzen. Dort, wo es versucht wurde und wird, Menschen nach politischen Vorgaben zu formen, fanden und finden wir auch die großen Diktaturen unserer Zeit.
Bei der ständigen Forderung zu einer „Rollenänderung“ tritt die antifreiheitliche, antiliberale Haltung feministisch orientierter Kreise zutage, die es als legitim erachtet, sich in die Lebensplanung der Menschen einzumischen. Angeblich, um ihnen mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu geben, in der Realität jedoch, um ihnen nur dort das Recht zur Entfaltung zuzugestehen, wo diese Lebensplanung feministischen Glaubenssätzen und politischem Allmachtstreben entspricht. Bereits vor Jahrzehnten wurde dieses Prinzip von Feministinnen klar formuliert. Damals hieß es: „Das Private ist das Öffentliche“ (nur, wenn es um politische Verantwortung geht, dann scheint mittlerweile das Öffentliche privat zu sein).
Stärken stärken, Schwächen abbauen
Es gibt viele (vor allem von offizieller Seite ignorierte) Probleme bei Männern. Was es aber nicht gibt, ist eine „Krise des Mannes“. Männer können alles und man findet sie überall – in den tiefsten Bergwerken, auf den Weltmeeren, unter den härtesten Arbeitsbedingungen und dort, wo Hilfe unter Lebensgefahr geleistet wird, aber auch als die weltbesten Köche. Männer setzten ihre Visionen um, treiben die technologische Entwicklung voran, erfinden und konstruieren Geräte und Techniken, die uns allen das Leben erleichtern. Männer erziehen und lehren, entwickeln pädagogische Modelle, schreiben traumhaft schöne Bücher, Lieder, Musik, malen Bilder von tiefer Faszination und Wahrheit. Sie erfinden Spiele und schaffen Kultur. Männer sind überall dort, wo „Not am Mann ist“, Männer sind vielfältig, universell einsetzbar und flexibel, Männer sind … auf jeden Fall jemand, auf den keine Gesellschaft verzichten kann und dessen Potenziale zu negieren und zu diffamieren jeder Gesellschaft auf Dauer hohen Schaden bringt.
Das gilt natürlich auch für die Jungen, die heranwachsenden Männer, auf deren Fähigkeiten wir nicht verzichten können – auch wenn die Politik das noch nicht begriffen hat -  und die das Recht haben, in ein positives Selbstverständnis hineinzuwachsen.
Natürlich, dessen sind wir uns bewusst, können die vielen positiven Eigenschaften der Männer sich auch ins Negative wenden, doch auch dann sind es Männer, die sich diesem entgegenstellen. Und natürlich haben auch Männer Verbesserungspotenzial. Lebenslanges Lernen ist notwendig, mit dem Ziel, die persönlichen Stärken zu stärken und Schwächen abzubauen – entsprechend der individuellen Wünsche und Vorlieben, nicht jedoch gemäß staatlicher Vorgaben.
Es ist heute wichtiger denn je, die Solidarität zwischen Männern zu entwickeln und zu stärken – auch und gerade in Gegenwart von Frauen und ohne sich durch Diffamierungsbegriffe wie „Männerbündeleien“ oder „Seilschaften“ davon abbringen zu lassen. Immerhin wird bei Frauen das Ganze positiv gesehen, als „Frauensolidarität“ und „Netzwerke“ angepriesen und partiell sogar mit Steuergeldern gefördert. Gleichberechtigung bedeutet auch, hier mit gleichen Maßstäben zu messen.
Wir wünschen uns, dass Menschen miteinander zukünftig respektvoller und mit mehr Achtung voreinander umgehen. Freundlichkeit statt Belauern, Verständnis statt Unterstellungen, Deeskalation statt Aggressivität, eigene Leistung statt Diffamierung anderer und ein offenes Eintreten für die berechtigten Männerinteressen – auch wenn es eher andere als einen selbst betrifft.
Es gibt also noch viel zu tun. Packen wir’s an!"

Erschienen unter

Keine Kommentare:

Kommentar posten